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Filmseminar Heimat als Aufgabe

VOM 15.12.2019


Freyung. Die Europafahne stand zwischen den Diskutanten am Sonntagmorgen im Kino Freyung. Die etwa 20 Teilnehmer des Filmseminars diskutierten über den Film Bayern-Sagenhaft des Regisseurs Joseph Vilsmeier, das einen Jahresablauf der Traditionen, Besonderheiten und Innovationen in Bayern zeigt. Das Drehbuch stammt von Hannes Burger, der den Teilnehmern im Gespräch einen tiefen Einblick in die Überlegungen im Vorfeld, die Zusammenarbeit im kreativen Prozess und das Filmen gab. Die Hanns-Seidel-Stiftung hatte das Seminar gemeinsam mit der ILE Ilzer Land im Cineplex Freyung organisiert. Es ist Teil einer Reihe, die seit der Europawahl ím Frühjahr über das Zusammenspiel von Heimat, Tradition und europäischer Zusammenarbeit reflektiert.

   

Dass die Veranstaltung in Freyung stattfand, ist genau dem zu verdanken, was als Ergebnis des Filmseminars stand: Mehr Kommunikation – miteinander nicht übereinander, mit einem Blick auf Entwicklung und einem Bewusstsein für das Gute und Erreichte. Hans Weber, der 2. Bürgermeister von Fürsteneck hatte auf einer Reise Edmund Speiseder kennengelernt und gemeinsam über die Bedeutung von Heimat in der heutigen Zeit gesprochen. Auf Initiative von Weber konnte die ILE Ilzer Land als Kooperationspartner gewonnen werden.

Nachdem gemeinsam der Film Bayern-Sagenhaft geschaut wurde, wurden von Teilnehmern und eingeladenen Gästen die Inhalte diskutiert. Die ersten Eindrücke regten zu einer intensiven Auseinandersetzung an. Edmund Speiseder und Arthur Kolbe von der Hanns-Seidel Stiftung, die Moderation, Einführung und Erläuterungen übernahmen, freuten sich über die zahlreichen Beiträge. Die Filmmusik von Haindling leitete in die Auseinandersetzung „Die Uhr lafd weiter, und die Zeit vergeht so g'schwind“, sang Haindling da „und Du woast ned was des Lebn no alles bringt, und koana woass, wos eahm no alles blüht, ja so klingts auf dera Welt - des ewige Lied.“ Kolbe zeigte auf, dass das Lied durchaus auch als neue Traditionsbildung dienen könne – als modernes Kirchenlied, als Lied, das etwa auch im kirchlichen Kontext gesungen werden könne. Anhand dieses Beispiels wurde Traditionspflege und Offenheit für Neues besprochen.

Drehbuchautor Hannes Burger berichte dann über die Intention des Films. Er hat gemeinsam mit dem Regisseur Doppeldeutig sagenhaftes aus Bayern, garniert mit hintersinnigen Einspielern mit Monika Gruber auf die Leinwand gebracht.


Carolin Pecho, Geschäftsführerin der ILE Ilzer Land wies auf das Bild Niederbayerns in diesem Panorama hin und zeigte auf, dass die Bilder deutlich machen, dass Traditionen und Besonderheiten unsere Region unverwechselbar machen. Ehrenamtliches Engagement unterstützt die ILE auf vielfältige Weise und der Film habe gezeigt wie entscheidend persönliches Engagement für die Zukunftsfähigkeit der Heimat ist.

Max Gibis MdL verwies darauf, dass die Bilder einen augenzwinkernden Blick aus der Heimat auf die Heimat werfen. Hier müssen klischeehafte Bilder mit Sagenhaftem, etwa technischen Innovationen in Medizin oder in Verbindung gebracht werden. Entwicklung, die eben auch zu Bayern gehören. Hier sahen Zuhörer auch Probleme: Ein zu großer Bezug auf die Stärken, könne andere ausschließen. Es müsse eine Balance gefunden werden, zwischen einem „Mia san mia“ und einer Offenheit für Innovationen und Personen.

Thomas Erndl MdB freute sich über die positive Resonanz und die gezeigten Entwicklungen. Sie zeigen Veränderungen, aber eine Beständigkeit, die eine positive Zukunftsperspektive bieten.

In der Diskussion zeigte sich, dann, dass gerade auf dem Bereich der Darstellung noch Nachholbedarf besteht. Das Bewusstsein für die positive Entwicklung und gleichzeitig das Lautstarke Hinweisen auf bestehende Herausforderungen sind eine Aufgabe für die Zukunft. Gerade die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Tschechien und Oberösterreich ist ausbaufähig, wurde in der Runde moniert.

In der Veranstaltung wurde deutlich: Die Region kann einiges sehr gut, aber sie muss sich noch besser darstellen und sich ihre eigenen Stärken bewusst machen. Gleichzeitig muss gemeinsam auf überregionaler politischer Ebene für die Region eingestanden werden.

Hannes Burger verwies auf einen „Masterplan“ für die Grenzregion, den Landrat Sebastian Gruber vor einigen Wochen gefordert hatte. Nicht nur der Blick nach Bayern, sondern die europäische Perspektive bietet für die Region ein positives Entwicklungspotential. Ein Schulabkommen mit Tschechien, grenzüberschreitende Mobilität und verstärkte Maßnahmen zur Überwindung von Sprachbarrieren sind nötig. „Wir müssen mit einer Stimme sprechen – und zwar laut“, betonte Burger.

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