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Unterstützung für Senioren im Umgang mit digitalen Medien

VOM 20.09.2021


Das Seniorennetzwerk Ilzer Land holte sich Anregungen aus Waldkirchen

 

Thurmansbang. Der digitale Wandel ist voll im Gange und wurde gerade durch die Corona-Pandemie nochmals beschleunigt. Die Pandemie hat uns gezeigt, dass die Digitalisierung viele Vorteile mit sich bringt. Doch die Gefahr ist groß, dass die ältere Bevölkerung mit den schnellen Veränderungen nicht mehr Schritt halten kann und abgehängt wird. Um dies zu verhindern, wurde in Waldkirchen bereits vor einigen Jahren das Projekt „Medientreff für die Generation 60+ - Senioren fit im Netz“ ins Leben gerufen. Das Netzwerk der Seniorenbeauftragten und Beauftragten für Menschen mit Handicap im Ilzer Land sieht ebenso dringenden Handlungsbedarf und lud die Verantwortlichen des Projekts in Waldkirchen zu einem Erfahrungsaustausch in die Festhalle in Thurmansbang ein.

Martin Behringer, Bürgermeister der Gemeinde Thurmansbang, und Martin Geier, Bürgermeister der Gemeinde Schöfweg, sind im Ilzer Land für den Bereich Senioren & Menschen mit Handicap des Handlungsfelds Soziales, Mitwirkung & Traditionen zuständig. Sie begrüßten die anwesenden Senioren- und Behindertenbeauftragten der 12 Gemeinden und insbesondere die Gäste aus Waldkirchen: Renate Cerny, Seniorenbeauftragte der Stadt Waldkirchen und Initiatorin des Projekts „Medientreff für die Generation 60+ - Senioren fit im Netz“, Inge Leirich und Siegfried Schmitt, beide IT-Paten und Koordinatoren im Rahmen des genannten Projekts. Cerny führte zu Beginn aus, dass die Digitalisierung immer mehr unser Leben prägt und die Senioren-AG Waldkirchen die älteren Generationen mit dem Projekt „Senioren fit im Netz“ unterstützen möchte. Kernelemente dabei sind Beratung, Problemlösung und gegenseitige Hilfe. Oberstes Ziel sei, den Seniorinnen und Senioren ihre Scheu vor der digitalen Welt zu nehmen. Im Rahmen der vierzehntägigen Medienstammtische arbeiten die Seniorinnen und Senioren mit ihrem eigenen Gerät. Ob Smartphone, Laptop oder Tablet, ob Einsteiger oder Fortgeschrittener, ob Android oder iOS – es gibt verschiedene Gruppen, die von ehrenamtlichen IT-Paten betreut werden. Aufgrund von Corona kam es in Waldkirchen zu einem Stillstand. Als Zwischenlösung wurden allerdings Videokonferenzen durchgeführt und eine wöchentliche Hotline für Fragen eingerichtet. „Es gibt großen Bedarf. Dem Online-Dialog gehört die Zukunft und es ist wichtig, dass die Seniorinnen und Senioren nicht abgehängt und vor Ort unterstützt werden. Im Landkreis Freyung-Grafenau leben ca. 16.000 Seniorinnen und Senioren und mit diesem Projekt können wir zur Verbesserung der Lebensqualität dieser Bevölkerungsgruppe beitragen.“, so Renate Cerny zum Abschluss des Vortrags. Das Seniorennetzwerk der ILE Ilzer Land bedankte sich für die wertvollen Einblicke und war sich einig: Auch Seniorinnen und Senioren im Ilzer Land sollten möglichst bald im Umgang mit digitalen Medien unterstützt werden. Der erste Schritt zur Umsetzung eines solchen Projekts im Ilzer Land besteht nun darin, IT-Paten zu gewinnen. So soll bereits noch in den nächsten beiden Monaten ein Aufruf in den Gemeindeblättern aller 12 ILE-Kommunen veröffentlicht werden. „Die Paten müssen keine IT-Spezialisten sein. Es reicht, wenn sie den Seniorinnen und Senioren alltägliche Dinge, wie beispielsweise das Schreiben einer E-Mail oder einer WhatsApp-Nachricht, beibringen können – und das in möglichst einfachen Worten.“, so Schmitt, Pate im Rahmen des Waldkirchener Projekts. Im nächsten Netzwerktreffen der ILE Ilzer Land sollen bereits die Rückmeldungen ausgewertet und gemeinsam mit den interessierten Paten die Orte sowie die Termine für die Seniorenkurse festgelegt werden. Die IT-Paten werden selbstverständlich nicht allein gelassen: Die Seniorenbeauftragten und Verantwortlichen der ILE Ilzer Land stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite und geben ihnen eine kleine Einführung – auch mithilfe eines niederschwelligen und einfach verständlichen Trainerleitfadens. Zudem wäre ein Austausch mit den Paten in Waldkirchen geplant. Das Ilzer Land ruft alle, die sich für eine ehrenamtliche Tätigkeit als IT-Pate in ihrer Heimatgemeinde interessieren, dazu auf, sich bei der Geschäftsstelle der ILE unter 08555/4076115 oder unter zu melden, und freut sich über jede Rückmeldung.

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung war der Notfallpass. Dieser soll nun gemeinsam mit dem Landkreis Freyung-Grafenau und eventuell mit weiteren ILEn neu aufgelegt werden. Neben einem neuen Design werden auch neue Informationen aufgenommen, wie beispielweise das Vorhandensein einer Corona-Impfung.

Zum Schluss des Netzwerktreffens verkündete Martin Behringer noch, dass die ILE Ilzer Land im Rahmen des Bundesförderprogramms „Smart Cities“ zum Zug gekommen ist und derzeit die Vorbereitungen dafür laufen. „Mit Smart Cities stehen der ILE nun für einen Zeitraum von fünf Jahren sehr viele Fördermittel für die Digitalisierung zur Verfügung. Wir möchten nun schnellstmöglich in die Umsetzung starten und kleinere Projekte anpacken, wie beispielsweise digitale Anschlagtafeln in den Ortskernen oder eine Software zur Bürgerbeteiligung. Das Ilzer Land hat viele Partner an seiner Seite, die uns die nächsten fünf Jahre unterstützen werden.“, so Behringer. Dr. Carolin Pecho, Bürgermeisterin der federführenden Gemeinde Ringelai, fügte hinzu, dass es sich dabei um ein 11-Millionen-Programm handelt und 2021 in Bayern Würzburg, Regensburg und das Ilzer Land ausgewählt wurden. Renate Cerny gratulierte dem Ilzer Land und machte deutlich, dass es sich dabei um eine große Chance für die gesamte Region handelt.

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