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Innenentwicklung in kleineren Städten und Gemeinden

VOM 25.01.2019


Berlin. „Eine Arbeitshilfe, die wirklich hilft“ zu entwickeln, war eine der Aufgaben des Expertenworkshops zum Thema „Innenentwicklung in kleineren Städten und Gemeinden“, der parallel zur Grünen Woche am 25. Januar in Berlin stattfand. Mit dem Parlamentarischen Staatsekretär im Innenministerium Marco Wanderwitz und weiteren Experten aus Planung, kommunaler Arbeit und Forschung war der Workshop hochrangig besetzt. Das Ilzer Land war mit dem Grafenauer Bürgermeister Max Niedermeier und dem Thurmansbanger Bürgermeister Martin Behringer vertreten.

Das Treffen war gedacht als Austausch der zehn Modellregionen, aus denen Beispiele in einen Leitfaden einfließen sollen, der dann eben „wirklich hilft“. Dafür hatte das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, die Städtebauförderung und das Bundesinnenministerium eine Forschergruppe bestehend aus Experten der TU Kaiserslautern und des Büro Urbanizers in Berlin beauftragt, zehn Modellprojekte in Deutschland zu finden, zu bereisen und herauszufinden was dort gut läuft, was nicht so gut läuft und warum das jeweils so ist.

Das Ilzer Land war als eine Region ausgewählt worden und stellte im Herbst 2018 zwei Vertretern der Forschergruppe Paul Gallep aus Berlin und Dr. Thomas Fischer aus Kaiserslautern anhand von drei sehr unterschiedlichen Beispielen vor, was in den letzten Jahren im Bereich Innenentwicklung passiert ist. Innenentwicklung ist eines der zentralen Handlungsfelder der ILE Ilzer Land. Dabei steht die Stärkung der Ortskerne und das Erkennen von Potentialen im Fokus. Förderprogramme, wie Unterstützung bei der Sanierung von Fassaden von Häusern in der Ortsmitte, wurden nach der Erstellung eines ISEK/ILEK Konzepts geschaffen. Damit werden im Ilzer Land auch private Bauherren unterstützt.

Zusammen mit der Geschäftsführerin der ILE Carolin Pecho waren die beiden Wissenschaftler dann einen Tag im Ilzer Land unterwegs. Morgens war der erste Stopp die Bauhütte, in der sie sich intensiv mit Manfred Eibl, dem Altbürgermeister von Perlesreut und einem der Motoren des Handlungsfelds Innenentwicklung nicht nur über das Projekt Bauhütte, sondern auch über die Umgestaltung des Marktplatzes und die Neukonzeption der Perlesreuter Bildungseinrichtungen zum „Haus der Kinder“, unterhielten.

In Grafenau begrüßte Max Niedermeier die Forscher im neugebauten Technologiecampus und führte sie zusammen mit dem Geschäftsleiter Franz Wilhelm durch die Räume. Die Gebäude des Technologiecampus sind neu entstanden, fügen sich jedoch gezielt in die Gesamtarchitektur der Stadt ein. Sie harmonisieren die Sichtachse die Straße hinauf und öffnen sich nach hinten zu einem freien Platz, der wiederum der Belebung der Stadtmitte dient. Hier stehen also Sanierungsprojekte einem Neubauprojekt gegenüber und die Zusammenschau zeigt sehr deutlich auf, dass für jede Situation eine individuelle Lösung gefunden werden muss. Diese Lösung verfolgt jedoch jeweils das gleiche Ziel: Eine Stärkung und Belebung der Ortsmitte und die Verfügbarkeit von Begegnungsräumen und attraktiven Wohn- und Arbeitsplätzen.

Quer durchs Ilzer Land ging es dann zur dritten Station nach Thurmansbang. Dort stellte Martin Behringer nach einem kurzen Gang durch den Ort, bei dem er auf bereits bestehende Maßnahmen verwies, das Projekt „Cohousing in der Meierei“ vor. Dafür wird ein altes Wirtshaus völlig modernisiert und zu barrierefreien Wohnungen und Begegnungsräumen umgestaltet. Diese drei Projekte stellten die beiden Bürgermeister nun auch in Berlin vor und diskutierten mit den Vertretern der übrigen neun Regionen und Experten, wie diese individuellen Maßnahmen nun so gefasst werden können, dass daraus Leitlinien für die zukünftige Arbeit im Feld der Innenentwicklung für kleinere Städte und Gemeinden entstehen können. Der Parlamentarische Staatssekretär beim Innenministerium Marco Wanderwitz gab der Runde einen Impulsvortrag aus Bundessicht und zeigte auf, dass die Entwicklung der ländlichen Räume zentral für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft ist. Mit diesem Vortrag bestärkte er die Befunde, die zuvor von Experten aus der Planungspraxis, Aktiven vor Ort und Wissenschaftlern in Kurzstatements zur Diskussion gestellt wurden.

Diskutiert wurde etwa wie die Städtebauförderung konkret bereits unterstützt und mit welchen „Instrumenten“ das in Zukunft noch passgenauer passieren kann. Außerdem wurde darüber gesprochen welche Hemmnisse und Potentiale in der Innenentwicklung vorherrschen. Das Setzen eigener Impulse, die Wechselwirkung von Kernstadt und den Ortsteilen, aber auch die Bündelung von Verwaltungskompetenzen und die aktive kommunale Bestandsentwicklung waren zentrale Bausteine. In den nächsten Wochen werden die beauftragten Wissenschaftler die Ergebnisse dann zusammentragen und zu der Arbeitshilfe zusammenfügen, die dann wiederum den Kommunen zur Verfügung gestellt wird und – so ist zu hoffen - „wirklich hilft“. Max Niedermeier und Martin Behringer betonten zum Abschluss, dass sie sich freuen, dass das Innovationspotential ländlicher Räume hier einfließen kann. Die Einladung sei auch eine Würdigung des starken Engagements in der Region. Sie drückten außerdem die Hoffnung aus, dass auch in Zukunft gezielt innovative Projekte mit Fördermitteln realisiert werden können.

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