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Neue Fragen - Neue Antworten Ergebnisse des Fraunhofer Zukunftsworkshop präsentiert

VOM 05.04.2018


Richtige Fragen – neue Antworten

 

Ergebnispräsentation des Fraunhofer Modellworkshops – Verabschiedung Roland Spiller  - Innovationsbox vorgestellt

Perlesreut. „Die Fraunhofer Gesellschaft ist dafür bekannt die richtigen Fragen zu stellen und neue Antworten darauf zu geben. Sie stehen für Zukunftsprojekte und es freut uns sehr, dass Sie sich entschieden haben mit unserer Region und besonders hier dem Ilzer Land zusammenzuarbeiten“, betonte Landrat Sebastian Gruber bei der Präsentation der Ergebnisse des „Zukunftsworkshop Ilzer Land 2034+“ in der Bauhütte Perlesreut. Im Herbst 2018 hatten das Fraunhofer INT und das Fraunhofer CeRRI mit Teilnehmern aus dem gesamten Ilzer Land gefragt: Wie soll das Ilzer Land 2034 aussehen, welche Innovationen braucht es und wie wollen wir gemeinsam die Zukunft gestalten? Mit zwei kurzen Filmen wurde der Tag den Teilnehmern nochmal sehr vergnüglich vor Augen geführt.

Der Vorsitzende der ILE Manfred Eibl, MdL freute sich sehr über das große Interesse aus der Region sowohl an dem Workshop, als auch an der Präsentation am Freitag. „Unsere Zukunft kann nur gemeinsam, im Austausch miteinander gestaltet werden.“ Er begrüßte im Namen der ILE Bürgermeister daher Landrat Sebastian Gruber, den 2. Landrat des Landkreises Passau Klaus Jeggle und den Leiter des Sachgebiets Städtebau bei der Regierung von Niederbayern Rolf-Peter Klar. Eibl begrüßte besonders den Amtsleiter des Amts für Ländliche Entwicklung Landau Roland Spiller sowie den Leiter für Zentrale Aufgaben im Amt Werner Weny.  Eibl hatte einen Korb dabei: „Roland Spiller verlässt das Amt in Richtung Ministerium, er ist heute das letzte Mal in seiner „alten“ Funktion im Ilzer Land, darum möchten wir Dir aus jeder Kommune eine Kleinigkeit mit auf den Weg geben, als großes Dankeschön für die Beratung, Begleitung und Zusammenarbeit der letzten Jahre“, führte Eibl aus. Roland Spiller bedankte sich sehr „Es werden neue Aufgaben auf mich zukommen, aber die Erfahrungen aus der vielfältigen ILE Arbeit sind etwas, das ich besonders gerne auch bei meinen zukünftigen Aufgaben einbringen werde.“

Prof. Dr. Martina Schraudner, die Leiterin des Projekts „Horizonte erweitern – Perspektiven ändern“ präsentierte im Anschluss gemeinsam mit den Projektmitarbeitern Dr. Fabian Schroth, Gesine Last (beide CeRRI) und Philip Sendrowski (INT) die Befunde. Wer jedoch einen dicken Report erwartet hatte oder zumindest eine mehrseitige Broschüre, sah sich spätestens getäuscht, als Last eine kleine, grüne Papierschachtel hochhielt, auf der zu lesen war: „Die Box – Dialog fördern, Ziele entwickeln, Maßnahmen ableiten.“ „Wir haben drei Workshops in Deutschland durchgeführt. Insgesamt haben jeweils 24 Personen teilgenommen und wir haben über 800 Seiten geschriebene Bewertungsbögen zurückbekommen, außerdem haben die elf begleitenden Wissenschaftler ebenfalls ihre Beobachtungsbögen ausgefüllt, nochmal fast 400 Seiten, das heißt, wir hatten eine Menge Material zur Auswertung vorliegen“, erklärte sie. Bei der Auswertung wurde zum einen danach geschaut, was alle drei Regionen ähnlich bewegt, aber auch nach den Unterschieden. Plattformlösungen – also gesammeltes, gemeinsam präsentiertes Wissen aus der Region zu einem Thema, etwa Mobilität, Einkaufen oder Tourismus, wurden in allen drei Regionen oft genannt. In der Box gibt es dafür nun eine „Spielkarte“. Analog dazu gibt es das für viele weitere Zukunftstechnologien, die ebenfalls im ländlichen Raum als Bedarf genannt wurden. „Zusätzlich zu den Technologien haben wir auf Basis der Befragungen und des Workshops sechs Handlungsfelder für die Zukunft identifiziert, in denen ein besonders Potential für das Ilzer Land liegt“, erklärte Schroth.

Für jedes der sechs Handlungsfelder hatten die Wissenschaftler gemeinsam mit der Geschäftsleitung der ILE Dr. Carolin Pecho einen Paten gewonnen. An Thementischen zeigten diese auf, welche Entwicklungen es in dem jeweiligen Bereich bereits gibt und diskutierten mit interessierten Teilnehmern darüber, welche sich noch entwickeln könnten. Die sechs Felder sind: „Vernetzung vorantreiben“, in dem es um die Vernetzung von Mobilität mit Angeboten der Daseinsvorsorge geht und das Sonja Weigerstorfer vom Projekt iMona, das sich mit ebensolchen Fragen im Landkreis Freyung-Grafenau beschäftigt, betreute. Um das Feld „Innovationsfähigkeit ausbauen“, bei dem es um verstärkte Kooperation mit lokalen und überregionalen wissenschaftlichen Einrichtungen, die Förderung von Gründern und „Industriepartnerschaft als Innovationstreiber“ geht, nahm sich Michael Hasenberger an.  Der Projektleiter des HF Wirtschaft besprach sich am Tisch etwa auch mit Franz Wilhelm, dem Geschäftsleiter des Technologiecampus Grafenau. Dr. Klaus Bauer, der das Feld der Innentwicklung betreut, stand als Pate für das Feld „Vielfältige Gemeinschaft fördern“, das neben den baulichen Aspekten auch die Belebung der Objekte in den Blick nimmt. Volker Ernst, der für die ILE das Projekt „Ile.digital“ vorantreibt, stellte dies im Rahmen des Handlungsfelds „Wert regional schöpfen“ vor, das er gemeinsam mit Peter Ranzinger, dem Klimabeauftragten des Landkreises Passau und Gerhard Falter, dem Projektleiter „Öko-Modellregion“, bearbeitete. Im Feld „Strahlkraft entwickeln“ geht es um das touristische Potential für die Region selbst. Wie kann die Präsentation der Region, auch das Heimatgefühl in der Region stärken? Damit beschäftige sich Alois Dorfner, der die ARGE Ilztal&Dreiburgenland im Feld Tourismus berät und der an seiner Station angeregt etwa mit Regionalmanager Stefan Schuster diskutierte. Carolin Pecho übernahm als Patin das Feld „Wurzeln und Identität wertschätzen“, in dem es um Veranstaltungsformate vor Ort geht.

„Ein ganz besonderes Ergebnis im Ilzer Land ist das Handlungsfeld „Wurzeln und Identität stärken“, sagt Schroth. „In keiner der anderen Regionen wurde als Erfolgsfaktor für Innovation im Ländlichen Raum das genannt, was im Ilzer Land gleich mehrfach benannt wurde: Die Menschen. Die Teilnehmer geben an, dass die Menschen mit Freude hier leben, sich gerne sozial und im Verein engagieren und auch für neue Ideen offen sind und diese weiterspinnen und nutzen.“ Schraudner zeigte auf, dass die Kooperation von wissenschaftlichen Einrichtungen vor Ort und mit Fraunhofer Möglichkeiten auch für die Zukunft sein können, um überregional und zukunftsorientiert im Dialog zu bleiben. „Deshalb gibt es nicht einen kurzen Bericht, sondern die Handlungsfelder kommen als Spiel daher, in dem spielerisch die Zukunft der Region und passgenaue Projekte entwickelt werden können“, meinte sie. „Mit den Karten, den Handlungsfeldern und den möglichen technologischen Entwicklungen sollt ihr bei zukünftigen Entscheidungen ein Tool an der Hand haben, das euch beim vernetzten Nachdenken über die Region unterstützt“, betonte Last. Philip Sendrowski, der am INT das Spiel entwickelt hatte, meinte: „Die spielerische Herangehensweisen kommt üblicherweise aus einem Sicherheits- und Verteidigungskontext, aber sie kann hier sehr gut auch auf ländliche Räume übertragen werden.“ In einer angeregten Diskussionsrunde kamen die Teilnehmer anschließend ins Gespräch und entwickelte bereits neue übergreifende Ideen, wie Zusammenarbeit auch zwischen einzelnen lokalen Projekten besser funktionieren kann. Zum Abschluss bedankte sich Pecho sehr bei den Fraunhofer Mitarbeitern und drückte die Hoffnung aus, die Kooperation auch mit ihnen über die Präsentation der Ergebnisse hinaus weiterführen zu dürfen. Oder wie eine Teilnehmerin im Film sagt: „Wir sind hier im Bayerischen Wald, aber wir sind nicht hinterm Mond. Wir sind grundsätzlich offen für Neues“  

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