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Apfelsaft für unsere Schulen!

VOM 16.10.2018


Hutthurm. Als ein Projekt mit Vorbildfunktion wertet Gerhard Falter, Projektmanager in der Ökomodellregion Ilzer Land, die erstmalige Streuobstaktion der Mitgliedsgemeinden.

Zum Hintergrund des Projektes

Der Obstanbau spielt in der Kulturlandschaft schon seit Jahrhunderten eine bedeutende Rolle. Streuobstbestände prägen in vielen Regionen die Landschaft. So auch im Ilzer Land. Insbesondere während der Blüte im Frühjahr beleben sie das Landschaftsbild und binden die Dörfer harmonisch in die Umgebung ein. Im Laufe ihrer Entwicklung wuchs die Bedeutung der Streuobstbestände als wertvoller Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Heute leben hier bis zu 5.000 Arten. Viele davon stehen auf der Roten Liste und sind vom Aussterben bedroht. Deshalb zählt der Lebensraum Streuobst zu den wichtigsten und wertvollsten Kulturlandschaftsbiotopen, den es zu erhalten, zu fördern und zu nutzen gilt, so Gerhard Falter.

Chancen des Streuobstanbaus

Im Ernährungssektor hat in den letzten Jahren zum Teil ein Umdenken stattgefunden. Die Chancen für den Streuobstanbau liegen in der ungeheuren Sortenvielfalt, im hohen gesundheitlichen Wert vieler alter Sorten, in der nachvollziehbaren Herkunft aus der Region und in neuen Produkten, die beim Verbraucher ankommen. Apfelsaft aus Streuobstanbau ist ein regionales Qualitätsprodukt, so Falter, dass deutlich stärker beachtet und geschätzt werden muss.

Ökosozialer Projektansatz

So waren die Bürgermeister der Ökomodellregion Ilzer Land auch sofort bereit eine Streuobstaktion in der Ökomodellregion zu starten, als Gerhard Falter das Projekt bei der letzten Sitzung des Vereins vorstellte. Einen Teil der gelieferten Streuobstäpfel bekommt der Streuobstbesitzer in Form von 5 Liter Saftboxen zurück. Das ist sozusagen die Bezahlung für die angelieferte Ware. Der übrige Teil des Saftes aus den Äpfeln geht an die Gemeinden. Diese stellen den Saft ihren Schulen, Kindergärten oder anderen Einrichtungen zur Verfügung, solange der Vorrat reicht. „Wir haben unser Ziel nicht nur erreicht, sondern sogar überschritten“, so der Manager. „Wir hätten noch weit mehr Äpfel verarbeiten lassen können“, so der Projektmanager, aber wir haben unser Ziel von 3000 Liter gleich im ersten Jahr um über 30 Prozent überschritten. Fast 4000 Liter Streuobstapfelsaft konnten letzte Woche in der Kelterei des staatlichen Lehr-, Versuchs- und Fachzentrums in Kringell gepresst und in Saftboxen abgefüllt werden. Alle Beteiligten freuen sich über den frisch gepressten und verpackten Apfelsaft, den die stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Grafenau und des Marktes Hutthurm, symbolisch für alle Ilzer Land Kommunen, entgegen genommen haben.

(Text und Bild Gerhard Falter)

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