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Kräuterbuschen – ein Brauch für den 15. August

Am 15. August ist ein Feiertag bei uns im Ilzer Land. Ein sehr schöner noch dazu. Mariä Himmelfahrt wird gefeiert und in vielen katholischen Pfarrgemeinden im Ilzer Land werden an diesem Tag sogenannte Kräuterbuschen verkauft. Jeder kann natürlich auch zu Hause mit den vielen Kräutern im Garten einen eigenen Buschen binden und in der Kirche weihen lassen, aber mit den zu kaufenden Buschen werden vielfach soziale Projekte unterstützt.  Dieser Buschen soll aus vielen verschiedenen regionalen Kräutern und Blumen bestehen, mindestens sieben sollen es sein, es können aber auch einmal mehr werden. Ich durfte am Dienstag schon in Ringelai mitmachen. In einem Garten in Kühbach kamen viele fleißige Helferinnen des sog. Missionskreises zusammen und jede hatte im Kofferraum Kräuter mit dabei. Wermut gab es da genauso wie Pfefferminze, Rosen und auch einige Königskerzen. Die Königskerzen sind mittlerweile ein wenig selten geworden, sie gehören aber eigentlich in die Mitte eines Kräuterbuschens. Fast 150 Sträuße haben die Frauen an diesem Nachmittag gebunden und am Feiertag vor der Kirche, im Kirta und im Ringelaier Feuerwehrfest verkauft. Bei ihnen geht das Geld an ein Schulprojekt in Brasilien.

Der Kräuterbuschen wird dann getrocknet und hängt das ganze Jahr über in der Küche oder im Wohnzimmer. Er durftet und bringt ein wenig Sommerkräuterfülle auch in den grauen Wintertagen in die Stube. Das kann man sich im Moment noch nicht so recht vorstellen, aber vermutlich wird der Winter auch wieder ins Ilzer Land kommen.

Kräuter und blühende Wiesen sind auch für die Öko-Modellregion Ilzer Land wichtig. Vor einem Jahr gab es die Aktion „Blühendes Ilzer Land“. Wir hören oft Nachrichten vom Bienen sterben und davon, dass Insekten weniger werden und damit auch kleine Vögel weniger Nahrung bekommen. Daran wird deutlich, dass wir in einem Kreislauf mit der Natur leben und auch daran können uns die Kräuterbuschen mahnen. Sie tragen übrigens auch ein bisschen dazu bei, dass sich gerade heimische Nutzpflanzen wieder weiter ausbreiten. Die Kräuterbuschen tragen schließlich Samen von Garten zu Garten, so dass es hoffentlich auch Dank dieses alten Brauches bald wieder mehr blüht und grünt. Die Kräuterbuschen sollten uns anregen auch die Natur an ein paar Stellen im Garten ein wenig Natur sein zu lassen, Blumen und Kräuter das Blühen zu ermöglichen und nicht sofort mit dem Rasenmäher alles in eine Einheitsgröße zu schneiden.

 

Viele Grüße

pecho-c.jpgCarolin Pecho

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